Europäische Stechpalme

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Europäische Stechpalme

01ноябрь 2021

Ilex aquifolium: „Baustein der heimischen Biodiversität“

So würdigt Julia Klöckner, Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, den Baum des Jahres 2021, auch bekannt als Europäische Stechpalme.

Ihr Aussehen hängt von Alter und Standort ab und ist daher wahlweise ein rundlicher 3-Meter-Strauch oder ein bis zu 15 Meter hoher kegelförmiger Baum. Hervorragend angepasst an ihre Umgebung, sind bis zu 300 Jahre alte Exemplare bekannt.

Selbst botanische Laien erkennen die Pflanze spätestens in der Adventszeit. Im Frühsommer erscheinen weiße, unauffällige Blüten. Daraus bilden nur die weiblichen Exemplare rote Früchte – bei männlichen Vertretern in der Nähe. Die erbsengroßen Beeren reifen pünktlich ab November. Zusammen mit den glänzenden dunkelgrünen, dornigen Blättern sind sie vor allem in England und Nordamerika der Weihnachtsschmuck schlechthin.

 

 

 

Die unechte Palme – durchtränkt von Bräuchen und Traditionen

Anfang des 20. Jahrhunderts nahm die Beliebtheit als Weihnachtsdekoration überhand, sodass sie unter Artenschutz gestellt wurde. Inzwischen geht es gemäßigter zu bzw. gibt es extra Plantagen für diesen Bedarf.

Die Pflanze schmückt bereits seit Jahrhunderten Häuser, nicht nur zur Weihnachtszeit: Sie sollte gute Feen anlocken, das Böse vertreiben, vor Zauberei schützen, ein Ein- und Ausgang für Geister und Ahnen sein.

Und wer sich fragt, warum Ilex im Deutschen Palme heißt: Beim Einzug von Jesu Christi nach Jerusalem streute das Volk Palmzweige. Mangels Palmen in Mitteleuropa griff man auf die immergrüne Ilex aquifolium zurück.

 

 

Die exotische Europäerin als Formwandlerin

Ilex aquifolium findet sich strauchartig im Unterholz von Bäumen in Wäldern.

Im Garten eignet sie sich als Formgehölz, als einzelnes Bäumchen oder als wunderbar dichte Hecke, die mit ihrer Stacheligkeit unerwünschte Besucher abhält. Tierische natürlich. Da Fressfeinde und Neugierige ab etwa vier Metern Wuchshöhe kaum noch zu erwarten sind, sind die Blätter oben stachellos. Eine Weisheit, die zur Kür zum Baum des Jahres 2021 beitrug.

Damit er nicht aus der Form gerät, ist im späten Juni ein manueller Schnitt sinnvoll – mit dicken Handschuhen und langer Kleidung. Und bitte nicht die Beeren essen. Sie sind, wie alle anderen Teile der Pflanze, giftig. Auch viele Vögel fressen sie nur in der Not. Nebeneffekt: Die Früchte bleiben lange erhalten und sind zusammen mit den immergrünen Blättern hübsch anzusehen.